# Saturday, 27 June 2009

Wer mal wissen möchte, wie geballte Kompetenz (also der Markus Berger-de León von StudiVZ tat mir ja irgendwann leid...) zum Thema Social Networks aussieht, der sollte sich den die Aufzeichnung der Sendung "DasErste.de - hart aber fair - Sind wir alle Boris? Die neue Sucht nach Öffentlichkeit" vom Mittwoch, 24. Juni 2009, 21.45 Uhr anschauen.

Auch wenn Frank Plasberg 2008 einen Bambi als bester Moderator bekommen hat... das war eine absolute Katastrophe, meiner Meinung nach.
Das Thema der Sendung, gar keine Frage, ist sehr wichtig!

Gehen Sie vorsichtig oder bedacht mit ihren wirklich persönlichen Daten oder Fotos um, die Sie im Internet, u.a. in Social Networks, einstellen. Wichtig festzuhalten dabei ist, dass es natürlich nicht falsch ist, die verschiedenen Social Networking-Plattformen zu nutzen, aber man sollte sich sehr wohl über die Folgen im Klaren sein.
 

Die Sendung jedoch, war wirklich schlimm. Die Gäste waren Alfred Biolek, Beate Wedekind, Gerhart Baum, Markus Berger-de León und Gülcan Kamps. Bis auf Berger-León und Beate Wedekind waren alle andere Gäste meiner Meinung nach völlig deplaziert. Alle hielten sich für DIE Internet Experten. Selbst der Professor aus Heidelberg, ähm sorry - das war ein anderer.
Selbst Herr Hendrik Speck (Professor für Informatik Fachhochschule Kaiserslautern) am Experten-Tisch - Herr Speck - sie wären nicht Professor wenn Sie sich nicht mit Informatik auskennen würden. Aber so wie Sie die Thematiken erklärt haben, sorry - ich hätte von Ihrer Fachkompetenz mehr erwartet. Nur so unter uns Herr Speck, man kann auch Ihre EC-Karte knacken, das geht heutzutage. Nutzen Sie ihre EC-Karte deswegen nicht mehr? Aber vielleicht hat man Ihnen auch nur nicht genügend Zeit geben sich zu richtig zu äußern...

Alle 10 Minuten ging die Diskussion von vorne los, das es ja nicht gut ist Bilder ins Internet zu stellen, wie man selber mit einer Whisky-Flasche auf seinem Bauchnabel balancierend abgebildet ist. Das ging wirklich alle 10 Minuten wieder von vorne so los. Das bringt uns aber bei dem wichtigen Thema nicht voran! Auch von Anfang bis Ende diese Community-Plattformen als "Böse" zu verurteilen - hilft wenig!

Das man mit dem Thematik auseinandersetzen muss, gar keine Frage, das man Gefahren nicht wirklich ad hoc für immer ändern / verhindern kann, ok, das wir alle in der Gesellschafft zusammen dies präventiv allen Kindern und neuen "Social Community"-Usern sagen müssen und aufklären müssen... aber die Gäste dort, allen voran ein gewisser Professor... kamen mir fast alle irgendwie völlig fehl am Platze vor, die Diskussionen waren mehr als oberflächlich, thematisch sowie inhaltlich wurden einfach falsche Fakten vermittelt und Zuschauer, die nicht so firm in der Thematik sind - hat man so noch mehr verunsichert!

Die Sendung - sorry so meine Meinung - war völlig unnötig... und unprofessionell. Moderiert wurde Sie völlig unprofessionell (Herr Plasberg - Sie kennen sich nicht mit der Thematik aus - das hat man gemerkt). Schade, dabei hätte man das Thema (was zu RECHT besprochen wurde) so schön aufbereiten können...
Und so eine Sendung hat im Zweifel ein Millionen-Publikum und wird oben drauf noch von unseren Steuergeldern.... *KOPFSCHÜTTEL*

Fakt ist, Soziale Netzwerkdienste bzw. Social Community Platformen haben in den letzten Jahren große Beliebtheit erworben. Diese Dienste bieten ihren Teilnehmern Interaktionsmöglichkeiten auf der Basis von selbst generierten persönlichen Profilen, die in einem noch nie da gewesenen Ausmaß die Veröffentlichung persönlicher Informationen zu den betreffenden Personen (und auch anderen Personen) mit sich bringen. Die sozialen Netzwerkdienste bieten zwar ein neues Spektrum von Möglichkeiten für Kommunikation und den Echtzeit- Austausch von Informationen jeder Art, Sie bieten Vorteile die Unschlagbar sind, Sie bieten eine Platform die im realen Leben kaum ab bildbar ist, die Nutzung dieser Dienste kann jedoch auch eine Gefährdung der Privatsphäre ihrer Nutzer – und Anderer – mit sich bringen, denn personenbezogene Daten einzelner Personen werden in bisher unbekannter Weise und Menge öffentlich (und global) zugänglich, einschließlich großer Mengen digitaler Fotos und Videos. Der Einzelne läuft Gefahr, die Kontrolle über die Nutzung der Daten durch Andere zu verlieren, wenn sie erst einmal im Netzwerk publiziert sind: Während der Community-Bezug sozialer Netzwerke die Vorstellung erweckt, die Veröffentlichung der eigenen persönlichen Daten laufe in etwa auf das Gleiche hinaus, wie früher das Mitteilen von Information unter Freunden von Angesicht zu Angesicht, können Profildaten tatsächlich für alle Teilnehmer einer Community (deren Zahl in die Millionen gehen kann) verfügbar sein.

Wir müssen aber auch verstehen, dass dies eine technologische Entwicklung ist, die man a) nicht aufhalten kann b) diese Dienste einen unschätzbaren Vorteil mit sich bringen und c) im Gegensatz zu vielen Beteiligten in dieser Sendung man auch einfach mal feststellen muss, dass sich die Art & Weise wie ich mit meinen persönlichen Daten umgehe über Generationen und Zeiten verändern. Veränderungen sind nicht immer schlecht.

Wir müssen aber alle, jeder  Einzelne und die gesamte (Internet-) Gesellschafft auf die Gefahren und Nachteile ebenso wie die Vorteile aufmerksam machen.
Wir können das Problem nicht wegdiskutieren, man kann nicht alles mit Gesetzen abfangen, man kann nicht alles mit Geboten und Hinweisen regeln. Man kann und sollte, aber vielleicht hören wir alle einmal auf zu diskutieren sondern handeln, in dem wir alle mit guten Beispiel vorangehen. Ich z.B. mache dies mit diesem Blog-Posting, in dem ich auf das Thema im kommenden MSDN Flash-Newsletter aufmerksam mache, in dem ich schon seit Jahren, Freunde, Bekannte und Verwandte genau auf diese Gefahren, Nachteile aber auch Vorteile aufmerksam mache. Dies mache ich weiterhin wie auch in der Vergangenheit, immer dort wo mir die Möglichkeit gegeben wird und es sinnvoll ist, es zu besprechen. Denn, am Ende der ganzen Diskussion steht der User (Benutzer der Dienste) alleine in der Verantwortung, was sie oder er dort macht oder nicht.
Und bevor mir jemand schreibt, dass die Anbieter auch Ihre Pflichten haben - ja klar - und diesen müssen Sie auch nachkommen und teilweise wird dies auch so umgesetzt, aber am Ende des Tages sind wir alle gegenüber uns selbst verantwortlich. Anders beschreiben: wenn ich einen Diebstahl begehe hilft Unkenntnis auch nicht vor Strafe. Dies ist natürlich polarisierend geschrieben, soll nur aufzeigen - wer am Ende wissen muss was er tut, nämlich jeder Einzelne selber.


Im folgenden findet sich eine Empfehlungen an Nutzer sozialer Netzwerkdienste (Social Communities) und an Anbieter sozialer Netzwerkdienste, die im Tätigkeitsbericht zum Datenschutz für die Jahre 2007 und 2008 (Kurz-URL: http://bit.ly/y3rK6; ab Seite 170; Dokument ebenso verfügbar vom Giza-Blog.de-Server: 22TB_2007_08.pdf (3,56 MB)), am 21. April 2009 dem Präsidenten des Deutschen Bundestages, Herrn Dr. Norbert Lammert, vom Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Peter Schaar, überreicht wurden.

Diese Empfehlungen, ich möchte es auch wie folgt formulieren: diese 12 Gebote für Nutzer und Betreiber sozialer Netzwerke, sollte man meiner Meinung nach kennen.
Alleine das Lesen dieser Zeilen bzw. Empfehlungen, sollten ein Gefühl dafür geben, welche persönlichen bzw. personenbezogenen Daten man in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen sollte.
Nur um dies klarzustellen, ich persönlich bin ein bekennender "Fan" von sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing oder auch der MSDN Social Platform und wie sie nicht noch alle heißen.
Jedoch ist mir - und sollte jedem wenn man diese Zeilen hier ließt, sehr bewusst sein, welche Daten, Fakten oder gar Bilder man mit Dritten teilen möchte und welche nicht. Und sollte dies nicht der Fall sein - so machen Sie sich bitte Gedanken darum!

Sollte man sich hierzu noch keinerlei Gedanken gemacht haben, so empfehle ich, folgende Punkte aufmerksam zu lesen und die daraus resultierenden Erkenntnisse mit Freunden, Bekannten, Verwandten, Dritten und auch Betreibern von sogenannten Sozialen Netzwerken zu diskutieren, zum Schutz aller Beteiligten. Im folgenden findet man die Empfehlungen, die aus dem oben genannten Dokument stammen:


In Anbetracht der besonderen Natur der Dienste und der kurz- und langfristigen Gefahren für die Privatsphäre des Einzelnen richtet die Konferenz folgende Empfehlungen an Nutzer und Anbieter sozialer Netzwerkdienste:

Nutzer sozialer Netzwerkdienste
Organisationen, denen am Wohl der Nutzer sozialer Netzwerke gelegen ist – einschließlich Diensteanbieter, Regierungen und Datenschutzbehörden – sollten mithelfen, die Nutzer über den Schutz ihrer personenbezogenen Daten aufzuklären und die folgende Botschaften zu vermitteln:

  1. Veröffentlichung von Daten
    Nutzer sozialer Netzwerkdienste sollten sich sorgfältig überlegen, welche persönlichen Daten sie – wenn überhaupt – in einem sozialen Netzwerkprofil publizieren. Sie sollten bedenken, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt
    mit einer Information oder mit Bildern konfrontiert werden könnten, z. B. wenn sie sich um eine Arbeitsstelle bewerben. Insbesondere sollten Minderjährige vermeiden, ihre Privatanschrift oder ihre Telefonnummer mitzuteilen. Privatpersonen sollten sich überlegen, ob es nicht ratsam wäre, in einem Profil anstelle ihres wirklichen Namens ein Pseudonym zu verwenden. Dabei sollten sie jedoch nicht vergessen, dass auch die Benutzung von Pseudonymen nur einen begrenzten Schutz gewährt, da Dritte in der Lage sein können, ein solches Pseudonym aufzudecken.
  2. Die Privatsphäre Anderer
    Nutzer sollten auch die Privatsphäre Anderer achten. Sie sollten besonders vorsichtig sein bei der Veröffentlichung personenbezogener Daten Anderer (einschließlich Bildern, oder sogar mit Zusatzinformationen versehenen Bildern) ohne die Einwilligung der betreffenden Personen.

Anbieter sozialer Netzwerkdienste
Anbieter sozialer Netzwerkdienste tragen eine besondere Verantwortung dafür, die Belange von Personen, die soziale Netzwerke nutzen, zu beachten und zu wahren. Sie sollten nicht nur die Regelungen des Datenschutzrechts
einhalten, sondern auch die folgenden Empfehlungen umsetzen:

  1. Datenschutzvorschriften und -standards
    Anbieter, die in verschiedenen Ländern oder sogar weltweit tätig sind, sollten die Datenschutzstandards der Länder einhalten, in denen sie ihre Dienste betreiben. Zu diesem Zweck sollten die Anbieter Datenschutzbehörden
    konsultieren, wenn und soweit dies notwendig ist.
  2. Aufklärung der Nutzer
    Anbieter sozialer Netzwerkdienste sollten ihre Nutzer über die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten transparent und offen informieren. Es sollte auch aufrichtig und verständlich über mögliche Folgen einer Veröffentlichung
    persönlicher Daten in einem Profil und über verbleibende Sicherheitsrisiken sowie über gesetzliche Zugriffsrechte Dritter (einschließlich z. B. von Strafverfolgungsbehörden) aufgeklärt werden. Eine solche Aufklärung sollte auch Hinweise dazu enthalten, wie Nutzer mit personenbezogenen Daten von Dritten umgehen sollten, die in ihren Profilen enthalten sind.
  3. Nutzerkontrolle
    Anbieter sollten die Kontrolle der Nutzer über die Verwendung ihrer Profildaten durch andere Community-Mitglieder weiter verbessern. Sie sollten die Einschränkung der Sichtbarkeit ganzer Profile sowie von in Profilen enthaltenen Daten, und in Community-Suchfunktionen ermöglichen. Die Anbieter sollten auch eine Kontrolle der Nutzer über die Nutzung von Profil- und Verkehrsdaten, z. B. für zielgerichtete Werbung, ermöglichen. Als ein Minimum sollten eine Opt-out-Möglichkeit für allgemeine Profildaten und eine Opt-in-Möglichkeit für sensible Profildaten (z. B. politische Überzeugungen, sexuelle Orientierung) und Verkehrsdaten geboten werden.
  4. Datenschutzfreundliche Standardeinstellungen
    Darüber hinaus sollten Anbieter datenschutzfreundliche Standardeinstellungen für Nutzerprofilinformationen anbieten. Standardeinstellungen spielen eine Schlüsselrolle beim Schutz des Privatsphäre der Nutzer: Es ist bekannt, dass lediglich eine Minderheit von Nutzern, die sich bei einem Dienst anmelden, irgendwelche Änderungen daran vornimmt. Diese Einstellungen müssen bei einem sozialen Netzwerkdienst, der sich an Minderjährige wendet, besonders restriktiv sein.
  5. Sicherheit
    Anbieter sollten die Sicherheit ihrer Informationssysteme weiter verbessern und aufrechterhalten und die Nutzer gegen betrügerische Zugriffe auf ihre Profile schützen, indem sie für die Konzeption, die Entwicklung und den Betrieb ihrer Anwendungen anerkannte Methoden einschließlich unabhängigem Auditing und unabhängiger Zertifizierung verwenden.
  6. Auskunftsrechte
    Anbieter sollten Personen (gleichgültig ob Mitglieder des sozialen Netzwerkdienstes oder nicht) ein Recht auf Auskunft zu ihren personenbezogenen Daten gewähren und erforderlichenfalls diese Daten berichtigen.
  7. Löschung von Nutzerprofilen
    Anbieter sollten den Nutzern die Möglichkeit geben, ihre Mitgliedschaft auf einfache Weise zu beenden und ihre Profile sowie alle Inhalte oder Informationen, die sie in dem sozialen Netzwerk publiziert haben, zu löschen.
  8. Pseudonyme
    Nutzung des Dienstes Anbieter sollten als Option die Möglichkeit der Einrichtung und Verwendung pseudonymer Profile anbieten und zur Nutzung dieser Option ermutigen.
  9. Zugriff durch Drittpersonen
    Anbieter sollten wirksame Maßnahmen ergreifen, um das Durchsuchen und/oder massenweise Herunterladen (oder „bulk harvesting“) von Profildaten durch Dritte zu verhindern.
  10. Indexierbarkeit der Nutzerprofile
    Die Anbieter sollten sicherstellten, dass Nutzerdaten von externen Suchmaschinen nur durchsucht werden können, wenn der Nutzer dazu seine ausdrückliche, vorherige und informierte Einwilligung erteilt hat. Die Nichtindexierbarkeit von Profilen durch Suchmaschinen sollte als Standard eingestellt sein.

Ach - ernst gemeint jetzt, ich wäre wirklich gerne in einer einer zweiten Runde "hart aber fair - Sind wir alle Boris? Die neue Sucht nach Öffentlichkeit" bereit meine Meinung vertreten zu wollen, denn wenn ich mich hier schon so äußere, dann bin ich auch gerne bereit dieses zu diskutieren. Das gehört nämlich auch dazu Herr Plasberg, eine Diskussionsplatform zu schaffen und nicht ständig die Teilnehmer zu unterbrechen. Herr Berger-de León durfte sich ja teilweise gar nicht äußern und Dinge klarstellen. :(

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