# Sunday, 16 April 2006

Die Deutschen ließen vom traditionellen Pessimismus ab und versprühten endlich Euphorie, wenn es um ihre Heimat geht, diagnostiziert der "The Times" Berlin-Korrespondent Roger Boyes. Wirklich interessant zu lesen, der Artikel auf Spiegel Online.

Vergessen sei die Zeit, in der das Land "in einen Abgrund" zu schauen schien, als die Regierung durch einen wenig eindeutigen Wahlausgang gelähmt war, die Wirtschaft mit fünf Millionen Arbeitslosen in der Rezession darbte und die Beziehungen mit den USA unterkühlt waren. Dieses Deutschland, der Inbegriff des "alten Europa", es ist Geschichte - findet die "Times".

Sehe ich nicht so. Die oben angedeuteten Probleme existieren immer noch, eher erschreckend deutlicher als je zu vor. Aber der durchgängig vorhandene Pessimismus regt mich mitunter wirklich auf. Er ist da, egal wo man hinschaut, egal wen man fragt. Da kann eine WM (sind wir mal ehrlich zu einander - das Projekt WM 2006 in Germany wird nicht nur aus sportlicher Sicht gehörig gegen die Wand gefahren werden wenn sich nicht bald signifikant die Stimmung ändert) auch nicht viel "dran" ändern.

Gestern Ostfeuer hier in meiner Geburtsstadt (;-) Ort). Es war mitunter schrecklich mit anzusehen oder zu hören, auf welch HOHEM Niveau wir Deutschen jammern können. Ich glaube den meisten ist es nicht klar, wie gut es uns hier in Deutschland geht. Ich z.B. rege mich jedes Mal wie ein Choleriker auf, wenn ich mir einen Kaffee für 2,50 EUR (die Tasse) bestelle. Aber im gleichen Moment denke ich nicht, hätten wir mal die D-Mark behalten, sondern ich denke mir, wie gut es mir geht, dass ich mich überhaupt darüber aufregen kann. Hey - mir geht's gut. Verdammt - ich kann mir eine Tasse Kaffee für 2,50 EUR leisten und sogar eine zweite Tasse.

Ich verstehe wirklich nicht, wieso wir Deutschen immer so tun, als wenn die Welt gleich untergehen würde.
Ich für meinen Teil nehme einfach hin, dass es nicht mehr so wie früher sein wird und auch nicht mehr so sein kann!
Deutschland, auch wenn es weh tut und die Politiker mitunter völlig volksfremde Gesetze und Verordnungen erlassen, Steuern und die Arbeitslosigkeit unsere Nachrichten zwischen Terror und Leid bestimmen: Packen wir es an!

Wenn uns etwas so sehr stört, dass die Bild-Zeitung daraus schon mehrfach Top-Titel draus machen muss, dann lasst es uns angehen.
Lasst uns denen die uns mit ihrem vom Volke gegebenen Vertrauen falsch umgehen, zeigen, wie es besser ist. Engagieren wir uns. Ändern wir die Dinge, die wir ändern wollen. Aber hören wir auf mit dem Gejammer auf allerhöchstem Niveau!

Nur wenn jeder Einzelne von uns, anfängt Dinge zu ändern, die man nicht für richtig hält, wenn jeder einzelne Dinge hinnimmt, die man nicht ändern kann und sollte, nur wenn wir nicht nur an uns denken und auch mal über unseren eigenen Schatten springen können, dann kann Herr Boyes gerne in 10 Jahren noch Mal seine zwei Seiten in der Times bringen. Aber so wie derzeit die Stimmung im Lande ist, sorry - da wird nichts draus.

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